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03.05.2020, Mühlheim

"Evangelisches Balkonsingen" jeden Sonntag 19 Uhr

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„Der Mond ist aufgegangen“- auf dem eigenen Balkon oder im Garten

JEDEN SONNTAG BIS ZUM 3.MAI 2020 !

Angeregt durch die anrührenden Bilder aus Italien und Spanien, die kürzlich durch die Medien gingen und auf denen Menschen zu sehen waren, die auf ihren Balkonen gemeinsam sangen, hat die Evangelische Kirche jetzt ebenfalls eine Art „kirchliches Balkonsingen“ gestartet, an dem sich viele Menschen in ganz Deutschland beteiligen - um so auch trotz der aktuell bestehenden Versammlungsverbote ein Stück christliche Gemeinschaft erfahrbar werden zu lassen und ein Zeichen des Trostes und der Zuversicht zu setzen.

Bis einschließlich 3. Mai lädt darum die Evangelische Friedensgemeinde jeden Sonntag um 19 Uhr alle Menschen zu einem spontanen öffentlichen Singen ein. Jens Martius und Michael Reis, beide Organisten der Evangelischen Friedensgemeinde, werden ab sofort jeden Sonntag um 19 Uhr bei weit geöffneten Türen und Fenstern auf den beiden Orgeln der Friedenskirche in Mühlheim und der Gustav-Adolf-Kirche in Dietesheim das bekannte Abendlied „Der Mond ist aufgegangen", das Osterlied "Wir wollen alle fröhlich sein" und die beiden Segenslieder „Bewahre uns Gott“ und "Herr wir bitten komm und segen uns" spielen und ermutigen Nachbarn und alle anderen sangesfreudigen Zeitgenossen, von ihren Fenstern und Balkonen aus, auf der Straße oder in Ihrem Garten mit zu singen oder mit zu musizieren.

Texte zum Mitsingen finden Sie im Evangelischen Gesangbuch oder Sie können diese hier herunterladen:

Der Mond ist aufgegangen (EG 482)

Wir wollen alle fröhlich sein (EG 100)

Bewahre uns Gott (EG 170)

Herr wir bitten komm und segne uns (EG 590)

 

"Denn Singen verbindet und tut gut – auch wenn dabei selbstverständlich die derzeit vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen und Abstände gewahrt bleiben müssen“ – erinnert Pfarrerin Martina Grombacher.

„Als Matthias Claudius diesen Text 1779 schrieb, war die Zeit ähnlich wie jetzt gerade wieder von Krankheit und Tod geprägt“ erläutert Pfarrer Ralf Grombacher den Hintergund der Aktion.

„Das Jahrzehnt, in dem der Text entstand, war von Hungerkatastrophen und neuen, tödlichen Infektionskrankheiten in vielen Regionen Deutschlands verbunden. Und da schreibt Matthias Claudius, der selbst viel Krankheit und Tod und Leid in seiner Familie erlebt hat, diesen Text voller Zuversicht und Vertrauen.

Dieses Gottvertrauen lässt vielleicht diejenigen in diesen Tagen tief durchatmen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als die Sorgen um Angehörige, die direkt betroffen sind oder aber im Ausland festsitzen, die Sorgen der Krisenstäbe, eben all des Tages Jammer einmal eine Zeitlang zu verschlafen oder sei es nur für die Dauer dieses Liedes zu vergessen.

Wer in die Welt blickt, wird ermutigt dazu, mehr zu sehen als das, was gerade für jeden sichtbar ist. Es gibt Hoffnung. Der Mond ist doch rund und schön. Diese Welt, die guten Seiten des Miteinanders, auch die unfreiwillige Entschleunigung, die Kreativität an vielen Stellen sind und bleiben schön.  Können auch wir es neu lernen, angesichts der aktuell drohenden Gefahren nicht die Lebensfreude zu verlieren und „wie Kinder“ das Leben zu genießen?

Einige Strophen des Liedes (z.B. die vierte und fünfte) wurden in den letzten Jahren sicher eher nicht mehr so viel gesungen. Sie schienen nicht mehr zeitgemäß. Aber derzeit lernen wir leider wieder, wie es sich anfühlt, wenn man eine Lage nicht im Griff hat, wenn eine Krankheit auf einmal alle bedroht, nicht nur Einzelne. Wenn Existenzen bedroht sind, wenn Folgen unabsehbar werden. Wenn sich unsichtbar etwas Bedrohliches in unseren scheinbar so lenkbaren Alltag eingeschlichen hat. Und so verschweigt dieses gesungene Abendgebet auch die Bedrohung des Lebens und den Tod nicht. Unser Leben ist zerbrechlich, angreifbar und endlich. Das wird uns gerade in Zeiten wie diesen schmerzlich bewusst.

Aber das Lied erinnert gleichzeitig auch an die Osterbotschaft, dass der Tod nicht das letzte Wort über uns hat. Auch nicht die Angst vor dem Tod oder seine Realität. Denn das Lied macht deutlich, dass es zugleich das Leben in aller Fülle gibt – jetzt und sogar noch über den Tod hinaus.

Davon können wir bei unserem abendlichen "evangelischen Balkonsingen" gemeinsam ein wunderbares Lied singen und dann hoffentlich in unseren stillen Kammern ruhig schlafen, in dieser Nacht und in allen, die kommen“.

Infos

Termin
03. 05. 2020 19:00 – 19:15 Uhr
Ort
Friedenskirche Mühlheim
Mozartstraße 13
63165 Mühlheim

Details

Veranst.
Evangelische Friedensgemeinde
E-Mail
buero@ev-friedensgemeinde.de

Kategorien

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