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04.02.2018, Mühlheim

Karnevals-Gottesdienst mit "Büttenpredigt"

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Karnevals-Gottesdienst und Büttenpredigt von KaKaM-Sitzungspräsident Wolfgang Sterr mit örtlichen Karnevalsvereinen.

Schon zum 7. Mal stieg KaKaM-Sitzungspräsident Wolfgang Sterr diesmal in der Friedenskirche in die Bütt (beziehungsweise auf die Kanzel) , um in gereimter Form die biblische Botschaft und unseren Alltag miteinander in Beziehung zu setzen.

Da dieses Jahr erstmals auch die örtlichen Karnevalsvereine mit eingeladen waren, feierten wir diesen karnevalistischen Gottesdienst im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren diesmal bereits eine Woche vor dem „Fastnachtssonntag“.

Nach dem Gottesdienst bestandbeim „Kreppelkaffee“ im Gemeindehaus die Möglichkeit zum geselligen Beisammensein.

Die Büttenpredigt von 2018 finden sie HIER unten !

BÜTTENPREDIGT 2018

Ihr liebe Leut´, ihr wisst´s ja schon, es is hier drin schon Tradition,

dass ein Narr an Fassenacht, in de Kersch e Sitzung macht.

Un dieses Mal mit größ´ren Hof, ich find die Idee aach gar net doof.

Drum Helau, Brüder, Schwestern, Narrenschar, es is gut un schön, das wir heut´ da.

 

Denn auch an Fassenacht soll mer dran denke, wer uns diese schöne Zeit tat schenke.

Wer uns belohnt den Fleiß, in diesem tollen Jahreskreis.

Mein Bibeltext - in meinem Sinn, steht in de Bibel beim Markus drin.

In Vers 9, gleich im erste Satz, nahm Jesus am Berg der Verklärung Platz,

un Petrus sagte - von de Sonn´ ganz blind: „Wie gut, das wir hier jetzt sind!“

 

Dieser Satz galt gestern, gilt auch heut´, spricht von Geborgenheit un aach Freud´,

die wir hier vorne un aach dahinne, ja üwwerall, wo´s eim gefällt, tut finne.

Drum ham mer uns mal kurz berate, de ganze Hofstaat eigelade,

denn mer wolle doch auch - auf alle Fälle, die Fastnacht unner Gottes Sege stelle.

Denn alle Freude, alles Leid, hat eine von Gott bestimmte Zeit.

Un die Zeit der Freud, wie mer Fassenacht aach nennt, hat bekanntlich in de Kersch ihr Fundament.

Drum ein Gruß allen Narren, groß un klaa, wie gut ist´s- das wir heut´ da.

 

Auch es letzte Jahr hat widder viel gebracht, un da habb ich ebbes uff Papier gebracht.

Für´s aane gibt es Spott un Häme, mancher muss sich auch ganz arg schäme.

Un als allergrößter Clou, gibt de Sterr sein Senf dazu,

leg´ auch gern in dieser Runde, mei Finger auf diverse Wunde.

Spare net mit Kritik an Klerus un Amt, greif kaan aa mit Handschuh aus Samt.

Lobe auch so manchen Clou, alles was fördert Gesundheit un Ruh.

Alle die verhinderten eine Eklat, wie gut, dass wir heute da.

 

„Dass wir heute hier“ - das sagt jedem im Nu: Wir sin Christe - mer gehörn dazu.

Un weil Fassenacht gewachsene Kultur, gehört auch die Kirche zu dieser Tour,

auch wenn sich viele dieser verwehrn´, un de Kersch de Rücke kehrn.

Un gleich darauf sag ich ganz klar, das der Atheismus die größt Gefahr,

der in unsre Breitengrade, verursacht so manchen Schade.

Ich hab´s selbst erfahre- selbst geseh´: En Moslem kann des net versteh´,

dass mer getauft un mit Mut, aus de Kersch austrete tut.

Weiter gedacht- des sag ich glei, trägt auch der Klerus dazu bei.

So sitze in der Leitung- schon zu viele Woche, ultrakoservative -weltfremde Knoche,

die am liebste ins 14. Jahrhundert strebe, un materiell im heute lebe.

Im Schreibtisch liege auch große - kleine, sorgfältig geordnete Ablassscheine.

Die Mess gefeiert an jedem Tage, am liebste nur in lateinischer Sprache,

mim Rücke zum Volk un ich geb es kund, die Kommunion gibt´s ausschließlich in de Mund.

Auch bei de evangelische - des is mer gewiss, gibt´s Pastorn, fer die Ökumene e Fremdwort wohl is.

Gottlob- auch des is die Zeit, sin solche Herrschafte in de Minderheit.

Doch gerade solche schrecke gar net knapp, viele Mensche von die Kirche ab.

So auch Kardinal Müller- im Vatikan demontiert, weil er ganz offe de Papst kritisiert.

Papst Franziskus - der nix üwwertriwwe, Einfachheit un Demut sich uff die Fahn´ geschriwwe,

er is e Vorbild für´s Lebe, liegt damit net quer, von solche Kerschemänner bräuchte mer noch mehr.

Dafür zu bete, mer sich engagier, deshalb ist´s gut, das wir heute hier.

 

Auch hot mer letzt Jahr die Müllemer gar net gequält un ohne Tam Tam en Borjemaaster gewählt.

De Daniel war´s un wurd´s erneut, was en Haufe Leut hat sehr gefreut.

Er gibt sich Müh´ - is unner de Leut präsent, un wer des net merkt, der hat´s verpennt.

Evangelisch isser, dazu tut er auch stehe, doch lässt er sich gern aach bei de Katholike sehe.

Er is halt aach -ich sag´s ganz laut, wie ich- ökumenisch getraut.

Kurzum- ein Mann von unserer Masse, en Borjemaaster zum anzufasse.

Mer freut sich gern auf ein Rendevouz, Gott mög´ ihn segne- sei Familie dazu,

dafür zu bete - ich´s gern hier notier, dafür sin mer heute ebenfalls hier!

Auch ein Thema - oft is es zum kotze, gehört in mei Redd´ - mer muss aach da mal motze!

Üwwer de Hoeneß kaaner mehr schwätzt, weil irgendwo anners Prioritäte gesetzt.

Da sin mei Mainzer, sie müsse in de Bericht, im ganze Fußballdasein ein ganz kleines Licht.

Da wurde woanners Beträge bezahlt, mit dene mer aach noch im Fernseher prahlt.

Gelder, wo ich net mehr richtig kann ticke, wo e Oma ganz schee lang defür muss stricke.

Millione für einen einzigen Mann, des er niemals ausgewwe kann.

Die ganze Menscheit -ich muss da halt schimpfe, könnt mer dafür gege Krankheite impfe.

Könnt Medikamente de Kranke verschenke, könnt so manchen Bruch ordentlich eirenke.

Könnt mit saubren Wasser ganze Staate versorge, könnt so manchen Müll ganz legal entsorge.

Hoffe mer, das auch hier bald wieder Normalität, was de ganzen Menschheit gut tue däät.

Mer hot grad da Maß un Ziel verlorn, un strahlt demit noch üwwer die Ohrn.

Sowas ähnliches gab´s schon einmal im alt´ Testament, wo mer ums goldne Kalb is gerennt,

odder im extrem große Stapel, de bekannte Turmbau von Babel.

Wer größer sei will wie Gott, landet in de Gosse, erntet Hohn un Spott.

Auch bedenke sollt man an dieser Masche: Es letzte Hemd hot keine Tasche!

De letzte Penner - de reichste Scheich, vorm jüngste Gericht sin mer all gleich!

Greife mer uns an de Händ´- ganz ohne Gier, wie gut ist´s- das wir heute hier!

 

Auch ein Thema - ich hatt´s schon mal besproche, de Kinnergarte kost nix mehr für alle Woche.

Eigentlich - so ich es seh´, fer Familie un Kinner e gute Idee.

Wenn Kinner in die Schul dann komme, is ein Grundwisse sehr dann willkomme.

Doch mer vielleicht mal daran denkt, das mer net zuviel an die aane verschenkt.

Ich denke hier an die Kranke un Seniorn, die manchmal Hab un Gut verlorn,

nur- weil sie wurde- mer kennt es all, leider zu einem Pflegefall.

Und uff aamal durch Hartz IV-TV - RTL, wurd des Thema ganz aktuell.

So wurd Müllem im Herbst - was gar net schee, bekannt wie de Trump mit seim Toupeé.

Es Geschrei war groß un mir war bewusst, das kaaner vom DRK hot was gewusst.

Zwar hot die Politik kund getun, gege de Pflegenotstand was zu tun.

Nur tut man sich viel mehr offerte, fer kostenlose Kindergärte,

un nebeher noch die Tour, Kinderbetreuung rund um die Uhr.

Nur bei de Oma, bei den Seniorn, da heuchelt man ganz unverfrorn,

weil´s halt- ich glaab es stimmt, net viele Wählerstimme bringt.

Wie gesagt: Politik - Gesellschaft muss mer fordern, mer muss die Sache ganz neu ordern.

Das das Personal, die den Seniorn tun diene, gut ausgebild, gerechtes Geld verdiene.

Un der Senior ganz vorne dran, die Pflege auch bezahle kann.

Das der Grundsatz gilt- un der net klein: Wer geht schon gern ins Pflegeheim?

Un wenn schon jemand plagt die Bürde, das man pflegt ein Mensch mit Würde.

Sich dafür einzusetzen- ich appellier, dafür, Narrhallesen, sin mer auch heut hier !

Im August - wenn die Ferie vorbei, komme die Klaane in die Schule enei.

Bei de Konfirmante jetzt ein groß Getöse, denke: Wär dieser Tag doch nie gewese!!

Da kann mer jüngst verstärkt vernemme, wie die Eltern des zum Anlass nemme,

de Kinner en große Tag zu beschern, un net de kleinste Wunsch tun verwehrn.

Ein riesen Tam-Tam um Outfit un Ranze, e Dinner beim Waitz rundet ab des ganze.

Die ganz Familie steht zum Defillee, nur zum Gottesdienst hier kann mer net all seh´.

Da sei doch mal kurz die Frag gestellt, ob des dem Nachwuchs auch gefällt?

Odder ebenfalls - auch ganz geschwind, ob des was nützt Familie un Kind?

 

Auch ein Thema - ich sags ganz blau: Wer ein Diesel fährt - der ist ein Schwein!!

Auch ich gehör´ zu diesem Clan, mei Auto des heest Florian,

is katholisch getauft un net zum Schluß, gesegnet von St. Christopherus.

Irgendwo leeft was verkehrt, un die Industrie werd noch geehrt,

speist uns mit einem Update ab, die Bonze kriege Bonis knapp,

kassiere Kohle wie die Bleede, un mein Florian derf kaa Stadt betrete.

Muß mit meim Auto halt mal ebe, in einer wilden Ehe lebe!

Un wenn e Fahrverbot dann kimmt, ist´s net fer jeden vorbestimmt.

LKW´s un Schrottkiste aus fremden Land, wern garantiert net aus de Stadt verbannt.

Was is mit Rettungsdienst un Polizei? auch Willi Glock muss in die Stadt enei.

Kurzum - ich will ja net hetze, des lässt sich alles gar net umsetze.

Hoffe mer, dass Vernunft un Konsenz siegt, un das mer die Richtige rügt!

Klar - Umwelt is ein hohes Gut, doch denk ich noch mit großer Wut,

an die 8oer - net nur ich dran glaab, es nix bessres als en Diesel gab,

wo mer die Benziner von de Straß´wollt fege, allein schon wege dem saure Rege.

Da war´n sogar - ich bin so frei, die Diesel alle steuerfrei!

Des Problem löst man auf jeden Falle, wenn lukrativ Nahverkehr für alle.

Un auch wir müsse uns mal an de Nase ziehe, muss ich dann ständig mit em Auto fliehe?

Odder kann ich - net nur nach em Saufe, mit em Rad fahrn odder laufe?

Herr und Frau Grombacher gehn mit gutem Beispiel voran,

auch Herr Schmitt-Helfferich, der katholische Mann,

denn sie sieht man oft in Müllem, unserer Stadt, kräftig strampeln auf dem Rad.

Un wenn mer die Pfarrers auf der Mainroute sucht, sieht mer: Don Camillo auf der Flucht!

Ahne mer´s nach- werr´n net müd, un spare en Haufe Stickoxyd!

 

Sehr oft zeigt das TV nur Kriege, der IS is net klaa zu kriege.

Ob London, Barcelona un aach Berlin, überall finde diese Schärgen hin,

un versetze uns mit ihrem Dreck, mit Angst un Abscheu un aach mit Schreck.

Das des net de Islam is, nur ´ne Schmach, des wisse mer alle, un ich aach.

Doch frag ich mich, un tu´s notiere, warum normale Muslime da net demonstriere?

Das sich vernünftige grenzen ab- von diesem angeblich „heiligen“ Pack.

Ich sage auch bei so ´nem Getu, wer schweigt, der stimmt auch zu.

Schmeisst so Kerle - ohne Graus, beim Gebet aus der Moschee enaus!

Reicht euch mit Christe - Jude die Händ´, lerne mer uns kenne, wenn mer sich net kennt.

Rufe mer uns zu: Frieden, Shalom un Salam, zeigt euere Stirn gegen den Wahn.

Bete mer zusamme un klar, des is nützlich. Wie gut, das wir da!

 

Doch war´s letzte Jahr auch ganz toll, en Feiertag mehr zu unserm Wohl!

Un des nur, weil Luther gelauscht, un e Kerschetür mit ´ner Plakatsäul´ vertauscht.

Des Lutherjahr war ein voller Erfolg, fer unser Kultur, Ökumene, fer´s ganze Volk.

Auch in Müllem sah man´s glei, alle Pfarrers ware mit dabei.

Uff em Markusplatz gab´s dann was fer de Dorscht, auch für Häppchen war gesorgt.

Das war gelebte Ökumene, zusamme sei- des war des schöne,

wo Senioren un aach Kind, christlich vereint dann sind.

Das könnt auch in Zukunft wohl so sei, alle Christe vereint debei.

So soll es bleibe mit der Christenschar. Wie gut ist´s, das wir heut da.

 

Un dann gab´s im Herbst erneut en Knall, ich maan zum Bundestag die Wahl,

wo man war gar arg verschreckt, auch heute noch die Wunde leckt,

weil die dritte Kraft - es is net schee, wurde diese AFD.

Doch mal ehrlich- all Heide- Fromme: Sah mer des alles gar net komme?

War des alles - ohne Witz, aus heitrem Himmel en große Blitz?

Viele sin frustriert- ham Angst debei, auch wenn kaa Lösung mit debei,

sin jetzt alle Demokrate dezu bestimmt, das mer dene die Wind aus de Segel nimmt.

Auch mit Handeln im Bürger´s Sinne, das das Parlament von auße - inne,

sie in allernächster Zeit, manovriert in Bedeutungslosingkeit.

Dass kein Thema die Politik lässt kalt, das es net nur geht um Machterhalt.

Das mutige Politik für spät´re Zeite, net widder werrn e Fehlanzeige.

Dass mer uns in de EU nemme net so wichtig, unterm Motto: „Nur was wir tun, das is Richtig!“

Das auch wir Christe unsern Beitrag leiste -klar, dafür sin mer heute auch noch da !

 

Auch im Bistum Mainz konnt mer sich freue, Peter Kohlgraf heest de neue.

Is gleich nach de Weihe aus em Dom gelaafe, tat erst mal neue Besen kaafe,

um zu kehrn im Bischofshaus, alte Staab aus de Ecke raus.

So gab es gleich - ohn´ viel Trara, en neue Generalvikar.

Un er fordert kurz darauf, die Pfarreien zu neuen Impulsen auf.

Möge Gott sein Werken segne, das es frischen Geist tut regne.

Fer die Ökumene auch- ganz klar, Dafür zu bete, sin mer auch heut da.

 

Jetzt kommt langsam, was komme muß, ich habe fertig - mit de Predigt is Schluß!

Denn irgendwann gehn die Theme aus, mer babbelt nur Schmu,

dann hört letztendlich kaaner mehr zu!

Ausserdem bin ich Katholik un mer da versteht,

dass de Parre manchmal kurz nur an de Kanzel steht.

Weiter muss ich die Tage- ich kann´s wende- dreh´, im Vereinshaus nochmal mein Manne steh´.

Da wird´s widder voll bis unner´s Dach. Ja: Fassenacht is e ernste Sach!

Jetzt könne se gleich - ich tu druff warte, mich beschmeiße mit Eier - Torte.

Odder aach - ohne Foppe, mir die Lippe blutig kloppe.

Un nächstes Jahr - so Gott will- derf´s so sei, laaf ich widder in St. Friedrich ei.

Un Pfr. Grombacher empfängt mich mit Kuss, weil er widder mal net Predige muss.

Bis dahin all in de Rund, bleibt alle fit - gesund.

De Konfirmante en Tag ohne Rege, un euch allen Gottes Sege!

Un wollt ihr Mal Prinzepaar werrn- tut´s gleich notiern: dazu braucht ihr net mal konvertiern.

Bis nächstes Jahr- mit Sprüch un Dramen: Grüß Gott, Helau un in Ewigkeit! Amen.

Infos

Termin
04. 02. 2018 10:00 –
04. 02. 2019 11:00
Ort
Friedenskirche Mühlheim
Mozartstraße 13
63165 Mühlheim
Kosten
  • Eintritt frei - Kollekte erbeten

Details

Veranst.
Evangelische Friedensgemeinde
E-Mail
buero@ev-friedensgemeinde.de

Kategorien

Rückblick


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